Ölpreise: Trump und immer wieder Trump

10.02.2025, 11:26 Uhr von

2025-02-10T10:26:36.000Z
Ölpreise: Trump und immer wieder Trump (10.02.2025)

Internationaler Markt

Drei aufeinander folgende Wochen beendeten die Ölnotierungen nun schon mit Verlusten. Der vorausgegangene Preisanstieg, er hielt vier Wochen, wurde dadurch ansatzweise annulliert. Es sieht aber nicht so aus, als könnte der fehlende Rest in dieser Woche geschasst werden.

Die Preisentwicklung bildet die Zeit vor und mit dem unberechenbaren Präsidenten der USA ab. Die Unsicherheit über das Ausmaß seiner disruptiven Politik prägten den Anstieg. Verwirrung über die Gangart und Sorge vor wirtschaftlichen Schäden provozieren den Abstieg. Dieser dürfte sich langsam abschwächen, da Finanzjongleure nicht mehr unverzüglich auf jedes präsidiale Dekret oder eine Einlassung reagieren, sondern schon mal die konterkarierende Fortsetzung der Ergüsse abwarten. Das beruhigt das aufgeregte Börsengeschehen.

Vor einer Woche hatte Donald Trump neue Einfuhrzölle für Kanada, Mexiko und China ausgerufen, um diese für die beiden Nachbarländer tags darauf wieder auszusetzen. China sah sich indes gezwungen auf die nicht zurückgezogene Handelsbremse mit eigenen Vergeltungszöllen zu reagieren. Diese sollen heute in Kraft treten. Hinweise auf die von Trump angekündigten Gespräche zwischen Peking und Washington gibt es derweil nicht. Es gibt aber erhebliche Sorgen vor einem eskalierenden Handelskriegs zwischen den beiden Staaten, der unter anderem auf die Ölpreise drückt.

Kanada rüstet sich bereits gegen weitere Attacken des mächtigen Nachbarn. Dabei spielt die Trans Mountain Pipeline eine wichtige Rolle. Sie pumpt Öl aus Alberta zur Pazifikküste. Diese Leitung wurde kürzlich massiv erweitert. Damit erhalten kanadische Ölproduzenten Zugang zu internationalen Märkten, ohne auf das US-Pipelinenetz angewiesen zu sein. Nun werden weitere Ausbauprojekte geprüft, die die Kapazität abermals steigern sollen. Darüber hinaus ist eine dritte Leitung in Planung, um bis zu 30 Tanker pro Monat in Vancouver beladen zu können. Außerdem wird der Hafen ertüchtigt, damit ab dem dritten Quartal auch Nachtbeladungen möglich werden. Seit Trumps Zolldrohungen verzeichnet die Pipeline verstärkte Nachfrage, insbesondere von potenziellen asiatischen Kunden.

Des Weiteren hat der Unberechenbare schärfere Sanktionen gegen Teheran und Moskau erlassen. Erste Maßnahmen traten bereits in Kraft. Das gesamte Paket dürfte die Ölexporte der beiden Länder in den kommenden Monaten nennenswert schwächen. Die Wirkung auf die Ölpreise ist zweifellos bullisch. Infolge der globalen Handelsspannungen wurde die als schwächer erwartete Nachfrage aber höher gewichtet, so dass die Preise sanken und vermutlich mittelfristig sinken werden. Damit würde das Preiskonzept des US-Präsidenten zwar aufgehen, sein Wachstumskonzept aber scheitern.

Das letzte Wort in der Sache ist genauso wenig gesprochen wie das letzte Wort über Donald Trump. Der Mann bekommt in diesen Tagen eine unglaubliche Aufmerksamkeit. Mediale Überflutung ist das Konzept. Dabei sollen einzelne Punkte einer viel größeren Agenda möglichst unbeachtet durchgeboxt werden. Die Entwicklung des Gazastreifens zu einem Mittelmeerparadies ist vermutlich so ein nicht für den Vollzug gedachter Punkt, der einzig der Ablenkung vom Wesentlichen dient. An diese Art Aufmerksamkeit zu stiften, wird man sich am Ölmarkt bald gewöhnen und zu einer weniger trumpschen Tagesordnung zurückkehren.

An den Ölbörsen steigen die Notierungen heute Morgen. Das Gefühl von Ölentzug durch Sanktionen und Zölle ist offensichtlich stärker als die Sorge vor einem wirtschaftlichen Abschwung. Es bleibt abzuwarten, ob New Yorker Broker das auch zu sehen. Am späten Nachmittag wissen wir mehr.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 71,72 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 75,41 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 716,75 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,9681 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,0326 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise drehen aufwärts, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie reagieren damit sehr schnell auf die Vorgaben des internationalen Markts. Dort ist die Messe der Preisentwicklung noch nicht gelesen. Bis zum Abend können ganz andere Impulse gesendet werden. An der Struktur der Trendlinien in den verschiedenen Zeitbereichen der Heizölpreis-Tendenz ändert das nichts. Kurz- und mittelfristig weisen die Kanäle aufwärts. Längerfristig liegt eine moderat fallende Preisspanne vor. In den kommenden Wochen und Monaten sind die Perspektiven für die Heizölpreise durchaus freundlich.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist heute Morgen etwas belebter als zuvor. Die Hoffnung auf günstigere Preise ist weiterhin hoch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Die Heizölpreise sind durchaus im kaufbaren Bereich. Wer hinreichend Heizöl im Tank hat, kann die Spekulation auf tiefere Preise dennoch riskieren.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 10. Februar 2025

Heizölpreise-Chart vom 10.Februar 2025
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 10 Februar 2025, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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