Ölpreise von neuen Sanktionen gestört

25.02.2025, 10:57 Uhr von

2025-02-25T09:57:33.000Z
Ölpreise von neuen Sanktionen gestört (25.02.2025)

Internationaler Markt

Eine nur annähernd zufriedenstellende Ölpreisprognose zu wagen, grenzt unter dem unberechenbaren Präsidenten der USA an Übermut. Mit seinem Trommelfeuer von Dekreten gelingt ihm ein fortwährender Vorzeichenwechsel bei den Einflussfaktoren für die Ölpreisbildung. Gestern früh sprachen diese Zeichen für einen Preisabgang. Gestern Abend standen sie für einen Preisanstieg. Dazwischen lag ein neuer Erlass über Sanktionsmaßnahmen.

Diese betreffen wieder einmal den Iran. Diesmal stehen vor allem Öltanker, Reedereien und Unternehmen im Fokus, die iranisches Öl transportieren und verkaufen. Laut dem US-Finanzministerium richtet sich die Maßnahme gegen ein Netzwerk, das große Mengen Rohöl verschifft. Betroffene Unternehmen sitzen nicht nur im Iran, sondern auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong, Indien und China. Der Iran setze weiterhin auf undurchsichtige Handelsstrukturen, um seine Einnahmen zu sichern. Die USA würden daher konsequent gegen alle Akteure in der iranischen Ölversorgungskette vorgehen, wobei jeder Handel mit iranischem Öl ein hohes Sanktionsrisiko berge.

Washington will Irans Ölexporte auf null senken. Da Öl eine zentrale Einnahmequelle des Landes ist, glaubt man mit den Sanktionen die finanziellen Mittel für Irans Atom- und Raketenprogramm austrocknen zu können. Allerdings war die Strategie bisher nur begrenzt erfolgreich, da Länder wie China die US-Sanktionen nicht anerkennen und weiterhin iranisches Öl kaufen. Ob die neuen Maßnahmen größere Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten.

Washington will zudem mit Zöllen Politik machen. Der Präsident unterstrich, dass die Importzölle gegen Kanada und Mexiko nach wie vor bestehen. Sie seien lediglich bis Ende Februar ausgesetzt. Im März sollen sie wie geplant in Kraft treten. Er bekräftigte dabei seine Überzeugung, dass die USA von ihren Nachbarn und Verbündeten unfair behandelt wurden. Das gelte nicht nur für Kanada und Mexiko. Viele Länder hätten die USA ausgenutzt. Ob es zwischenzeitlich Verhandlungen mit der Erstbetroffenen gab, um die Zölle möglicherweise doch noch zu verhindern, ist unklar.

Eine Gegenposition zu den bullisch wirkenden Beschränkungen des Ölhandels ist die bevorstehende Wiederinbetriebnahme der Kirkuk-Ceyhan-Pipeline, die irakisches Öl über die Türkei verschiffbar macht. Sie war am jüngsten Einbruch der Ölpreise beteiligt. Die Angelegenheit hat allerdings einen Haken. Der zusätzliche Ölfluss darf nicht zu einem größeren Exportvolumen des Iraks führen. Im Gegenteil, das Land schuldet seinen Partnern der OPEC-Plus noch eine Exportdrosselung, um die lange praktizierte Missachtung der quotierten Exportmengen auszugleichen. So betrachtet ist ein größeres Ölangebot reine Illusion.

Das Wechselspiel zwischen Illusion und Realität wird sich fortsetzen. Es ist ein wesentlicher Teil trumpscher Führung. In den Ölpreisen fand es zuletzt durch hohe Tages- und geringe Wochenvolatilität Ausdruck. Dem steht die Ölpreispolitk der OPEC-Plus gegenüber, die vergleichsweise stoisch wirkt. Sie trotzte bisher allen äußeren Einflussversuchen. Das Ergebnis ist ein insgesamt gesehen selten stabiles Ölpreisniveau.

An dieser Stabilität orientieren sich die Ölbörsen heute Morgen. Sie arbeiten an der Annullierung der gestrigen Tendenz zu höheren Preisen.  

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 70,80 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 74,81 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 713,00 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,9544 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,0474 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich kaum, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das passt zu den internationalen Vorgaben. Mit etwas Phantasie wecken diese Hoffnung auf tiefere Preise. Realistisch ist wahrscheinlich die Ausprägung einer Seitwärtsbewegung. An der Struktur der Trendkanäle hat sich derweil wenig geändert. In der 3-Monats-Ansicht weist der Trend schwach abwärts. In den beiden folgenden Ansichten ist ein deutlich und ein schwach aufwärtsstrebender Trend zu erkennen.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist relativ ruhig. Die Hoffnung auf tiefere Preise ist ambitionierter. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem wirklich starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt im Norden und im Westen Kaufsignale an.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Die Heizölpreise sind wieder im kaufbaren Bereich. Wer wenig Öl im Tank hat, sollte sich beherzt eindecken.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 25. Februar 2025

Heizölpreise-Chart vom 25.Februar 2025
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 25 Februar 2025, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

Lesereinschätzungen der Heizölpreis-Entwicklung am

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